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Bandvostellung JanuarBlutengel Blutengel wurde 1998 in Berlin gegründet. Die Band ging aus dem Vorgänger-Projekt Seelenkrank hervor, nachdem sich der Sänger Chris Pohl gezwungen sah, dieses aufzugeben. Seelenschmerz
Den weiblichen Gesangsteil übernahmen anfangs Kati Roloff und Nina Bendigkeit. 1999 veröffentlichte Blutengel das offizielle Debütalbum Child of Glass. Zwei Jahre später wurde das zweite Album Seelenschmerz veröffentlicht. Engelsblut
Inzwischen hatte sich auch die Besetzung der Band geändert, da Nina Bendigkeit die Gruppe verließ. Sie wurde durch Gini Martin ersetzt. Ende 2001 verließen die beiden Sängerinnen die Band und gründeten gemeinsam das Projekt Tristesse de la Lune. Chris Pohl engagierte Eva Poelzing, die die Mitte 2001 dazugekommenen Constance Rudert und Nadine Scherler ergänzte. Das darauffolgende Album, Angel Dust erreichte Platz 58 in der Charts. Vampire Romance
Im Oktober 2005 verließ auch Eva Poelzing Blutengel wieder. Ihre Nachfolgerin ist Ulrike Goldmann, die vorher Mitglied der Band Say Y war
Alben
Bandvorstellung DezemberWithin Temptation Weniger als zwei Monate nach Gründung der Band unterschrieben Within Temptation einen Vertrag mit DSFA Records und im April des nächsten Jahres erschien ihr Debütalbum Enter. Im November 1997 machten sie eine zweiwöchige Tour durch Deutschland und Österreich. 1998 kam eine EP mit dem Titel The Dance heraus. Nach einem Jahr Auszeit nahmen Within Temptation im Jahr 2000 ein neues Album mit dem Titel Mother Earth auf. Dieses wurde ein erster größerer Erfolg und die Band spielte auf einigen Festivals und Konzerten. Drei Singles folgten: Mother Earth, Our Farewell und Ice Queen. Mother Earth
Ihr internationaler Durchbruch kam jedoch erst 2002: Die Single Ice Queen erreichte Platz 1 in den Niederlanden und in Belgien, das Album Mother Earth verkaufte sich mehr als 350.000 Mal in Europa und erreichte Dreifach-Platin in den Niederlanden und Gold in Belgien. Die Band spielte auf wichtigen deutschen (Rock am Ring, Bizarre-Festival, Summer Breeze) und Benelux-Festivals (Ozzfest, Lowlands, Dynamo). Zuvor hatte die Single Mother Earth zu einer Erhöhung des Bekanntheitsgrades in Deutschland geführt. Mother Earth war auch Titelsong der deutschen Version des japanischen Animes „X“. Ihr drittes Album The Silent Force erschien am 15. November 2004 und wurde ein Hit in ganz Europa: Die Single Stand My Ground wurde mehrmals im Radio gespielt und das Album selbst bekam innerhalb der ersten zwei Monate nach Veröffentlichung Gold in Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Ice Queen
Zwei weitere Singles und eine Europatour (mit kleinem Abstecher nach Dubai) folgten. Auch die Festivalbesuche wurden weiterhin gepflegt. Im Sommer trat die Band beim Wacken Open Air in Wacken auf. Die Tour wurde am 22. Juli mit einem großen Konzert auf der Amsterdamer Hafeninsel Java Island vor 10.000 Fans beendet, welches am 18. November 2005 auf DVD erschien. Im Juni 2006 mussten Within Temptation ihren Auftritt auf dem Hurricane Festival aufgrund eines starken Unwetters nach etwa einer Dreiviertelstunde vorzeitig beenden. Trotz Sharon den Adels Warnung „There’s a storm coming up“ kurz nach Beginn des Gigs hatten nur wenige Festivalbesucher das Gelände verlassen. Noch im gleichen Monat spielten sie auch auf dem Southside Festival. Sharon brachte am 7. Dezember 2005 ein Mädchen mit dem Namen Eva Luna zur Welt, der Vater des Babys ist Robert Westerholt. Am 30. November 2006 veröffentlichten Within Temptation zusammen mit den Spieleentwicklern von The Chronicles of Spellborn einen Trailer, der Ausschnitte aus dem Spiel zeigt und mit dem Lied The Howling unterlegt ist, welches auf dem Album "The Heart Of Everything"zu finden ist. Am 16. Februar 2007 erschien die Single What Have You Done bei der sie von Keith Caputo unterstützt werden. Ihr viertes Album The Heart Of Everything folgte am 9. März 2007. Am 22. Juni erschien eine weitere Single mit dem Titel Frozen, deren Erlös an das internationale Kinderhilfswerk "Child Helpline International" gespendet wird. Deep Within
Jetzt folgt für die WT-Fans das Video zu The Howling, welches unter anderem auf der Frozen Single zu finden sein wird. Am 1. November 2007 gewannen sie bei den MTV Europe Music Awards 2007 in München den Award in der Kategorie Best Dutch and Belgian Act. Ebenfalls wurde die Band in der Kategorie Rock/Alternative international des Echos 2008 nominiert, gewannen ihn jedoch nicht. Bandvostellung November Sex Pistols
In den 70ern erschüttert eine Revolte die Musikszene, wie es sie davor noch nicht gegeben hat - die Sex Pistols treten auf den Plan. Vier britische Bengel schicken sich an, dem gesamten Establishment den blanken Hintern zu zeigen. Was damals mit dem Slogan "No Future" beginnt, findet in den nachfolgenden Generationen immer Erben. Punk will never die. Bands wie The Offspring oder auch Blink 182 würde es ohne die Pistols nicht geben.
Die Sex Pistols gehen aber gar nicht aus den beiden Oberbengeln Sid Vicious und Johnny Rotten hervor, vielmehr liegen die Wurzeln bei Steve Jones (Gitarre) und Paul Cook (Drums). Jones hängt die meiste Zeit im Modeladen "Sex" von Malcolm McLaren und seiner Freundin Vivienne Westwood in der King's Road in London herum. McLaren, der 1975 bereits die New York Dolls managte, wird später der weitaus erfolgreichere Manager der Pistols und sorgt sich darum, einen Sänger für die Band zu suchen. Fündig wird er bei einem Knilch namens John Lydon. Den Namen "Rotten" nimmt er deshalb an, weil Jones fortwährend Bemerkungen über den Zustand der Zähne von Lydon macht. Die Band komplettiert Glen Matlock am Bass. Der Name Sex Pistols ist auch McLarens Idee, der den Namen von einem T-Shirt abschaut, das er verkauft hat. Zu Beginn spielen die Dilettanten an den Instrumenten 60er Jahre-Coverversionen, bevor sie beginnen, eigene Songs zu schreiben. Am 8. Oktober 1976 unterschreiben die Pistols ihren ersten Plattenvertrag. Die EMI nimmt die Vier unter ihre Fittiche. Kurz danach nehmen sie ihre erste Single "Anarchy In The UK" auf. Eine Nummer, die wohl den Klassiker des Punk darstellt. Am ersten Dezember 1976 lernt Großbritannien die Band zum ersten Mal richtig kennen. In einem Live-Interview will der Fernsehmoderator Bill Grundy die Band provozieren. My Way
Steve Jones lässt sich diese Chance nicht entgehen und feuert eine Schimpfkanonade auf die Zuschauer ab, wie sie das Vereinigte Königreich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt hat. Heutige Nachahmer setzen derartige PR-Gags gezielt ein, um die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben (vgl. Marilyn Manson). Der Effekt blieb auch damals nicht aus. Jeder, der noch nichts von den Rüpeln gehört hatte, wusste nun Bescheid. Leider findet die EMI das ganze nicht so lustig und wirft die Band kurzerhand wieder aus dem Vertrag. A&M schnappen sich die Pistols, feuern sie aber ebenfalls, nachdem McLaren ausplaudert, was sie doch für einen Haufen Geld bekommen hätten. McLaren macht aus der Not eine Tugend und beschließt, in einer Art Guerilla-Taktik die großen Plattenfirmen um möglichst viel Geld zu erleichtern, um dann schnell wieder vom Vertrag zurückzutreten. Die Plattenfirma Virgin von McLarens Intimfeind Richard Branson erhält nun den Zuschlag und veröffentlicht auch prompt die zweite Single "God Save The Queen", welche nicht unbedingt als Ehrerbietung an das britische Staatsoberhaupt anzusehen ist. Mittlerweile ist Glen Matlock im Februar '77 aus der Band ausgestiegen, für ihn übernimmt der Nichtmusiker John Simon Ritchie, besser bekannt als Sid Vicious. Das Debütalbum "Nevermind The Bollocks Here's The Sex Pistols" wandert im Oktober sehr zum Ärgernis so manches braven Briten an die Spitze der Charts und das trotz des Boykotts vieler Plattenläden. anarchy in uk
Die Pistols starten eine geheime Tour, um den mittlerweile reihenweise ausgesprochenen Auftrittsverboten aus dem Weg zu gehen. Vielerorts trauen sich die Veranstalter nicht mehr, die Pistols zu buchen. So reisen sie unter Pseudonymen wie S.P.O.T.S. (Sex Pistols On Tour Secretly). Von größerer Bedeutung sind in der frühen Bandgeschichte zwei Konzerte der Band in der Lesser Free Trade Hall in Manchester im Sommer '76. Sie fördern den Punkboom im Norden Englands, organisiert wurden sie von Pete Shelley und Howard Devoto von den Buzzcocks. Im Januar 1978 versuchen sie, Amerika im Sturm zu nehmen. Leider erweist sich die Routenplanung durch den tiefen Süden als ungünstig gewählt. Mittlerweile fällt die Band auseinander. Nach acht Shows wirft Johnny Rotten die Brocken hin und verlässt die Band. Er nimmt darauf hin seinen bürgerlichen Namen wieder an und gründet nach einem Jamaica-Aufenthalt seine eigene Band PIL (Public Image Limited). Er hat Reggae und Dub für sich entdeckt und schart als Mitstreiter John Wardle aka Jah Wobble am Bass und den Gitarristen und das ehemalige Clash-Mitglied Keith Levene um sich. PIL veröffentlicht zwischen 1978 bis 1992 acht mehr oder weniger experimentelle Alben. Sid Vicious erliegt derweil seiner Heroinsucht. Im November 1977 hatte er die amerikanische Szenegängerin Nancy Spungen kennen gelernt. Es gilt als historisch gesichert, dass sie ihn zum Heroin gebracht hat. Die Droge war in der New Yorker Szene, zum Beispiel auch bei den New York Dolls wesentlich früher beliebt geworden als in der Londoner Punkszene, die sich eher auf Speedkonsum verlegte. Nach der Auflösung der Pistols gehen die beiden nach New York und versinken dort völlig im Drogensumpf. Vicious überlebt eine Überdosis nur mit viel Glück. Holidays in the sun
Wenige Wochen später folgt die unvermeidliche Katastrophe: Am Morgen des 12. Oktober 1978 findet man die tote Nancy Spungen in einem Zimmer des Chelsea Hotel in Manhattan. Sie ist erstochen worden, neben ihr und Sid Vicious waren in der Tatnacht mehrere Dealer im Zimmer gewesen. Es kann nie genau geklärt werden, ob es Vicious war, der Spungen tötete, und ob er es im Rausch tat oder sie Opfer eines unerfüllten Selbstmordpaktes wurde. Im November wird Vicious verhaftet und des Mordes an Nancy Spungen angeklagt. Während der Zeit, in der er unter Anklage steht, durchlebt er einen Entzug und ist quasi clean, als am 02. Februar 1979 eine Party zu seinen Ehren steigt. In dieser Nacht stirbt er an einer Überdosis Heroin im Alter von 21 Jahren. Malcolm McLaren, der 1977 schon einmal versucht hatte, mit Russ Meyer einen Film namens "Who Killed Bambi?" über die Sex Pistols zu drehen, unternimmt 1978 zusammen mit Regisseur Julien Temple einen zweiten Versuch. Es entsteht "The Great Rock'n'Roll Swindle", eine fiktionale Nacherzählung der Bandgeschichte. Später managt er Adam Ant und seine eigene Neukreation Bow Wow Wow. Der Trumpf in seiner Hand: Die Rechte am Namen Sex Pistols. Die erhalten die Bandmitglieder erst 1986 gerichtlich von ihm zurück. Cook und Jones machen in den Achtziger Jahren in verschiedenen Formationen Musik, unter anderem mit den Professionals oder den Rich Kids. 1996 geben die Sex Pistols mit ihrem ursprünglichen Bassisten Glen Matlock eine kleine Reunion-Tour, die aus künstlerischer Sicht sicherlich sehr fragwürdig ist. Aber dem Reiz, einen ganzen Sack voll Kohle einstecken zu können, können auch die nicht widerstehen die knapp 20 Jahre zuvor "Anarchy In The UK" ausriefen. Und so gibt es einige Konzerte, die so "gut" sind, dass die Bierflaschen und Tomaten nur so fliegen. Im Jahr 2000 stellt die Band dann mit dem Film "The Filth And The Fury" die eigene Geschichte dann noch mal aus eigener Sicht dar - wiederum mit Julien Temple als Regisseur. Zum 50. Thronjubiläum der Queen müssen sie sich natürlich auch wieder melden: Es erscheint eine Neuauflage der 25 Jahre zuvor veröffentlichten Skandalsingle "God Save The Queen". Sie landet wieder in den Top 10 der UK-Charts. Zu diesem Anlass bringt man auch gleich das Album "Jubilee" und eine 3-Box-Set raus, die mit vielen God Save the Queen
Im Sommer 2003 lassen die Oldies wieder von sich hören: im August und September wolle man durch die Vereinigten Staaten touren, gibt Sänger Johnny Rotten bekannt. Außerdem plant die Band im Frühjahr 2004 eine Show im vom Krieg gezeichneten Bagdad. Wie Rotten weiter erklärt, solle der Auftritt den Irakern Demokratie "in ihrem vollen Extrem" aufzeigen und ihnen verdeutlichen, dass sie auch über eine "Kehrseite" verfüge. Seine Band könne diese Probleme immerhin hinaus brüllen, so Rotten. Auch in den nächsten Jahren touren die Vier immer wieder einmal. 2006 sollen die Sex Pistols - nicht unverdient - in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen werden. Die Band scheißt jedoch auf die ihrer Meinung nach zweifelhaften Ehren. Mit Rechtschreibfehlern garniert tun sie dies auf ihrer Homepage kund: Neben den Sex Pistols sähen der Rock and Roll samt dieser beknackten Hall of Fame eben nur aus wie ein Piss-Fleck. "Wir kommen nicht", sie seien nicht deren "Affen". Wen die Pistols damit ansprechen? Die Vertreter der Musikindustrie, für die sie noch nie ein gutes Wort übrig hatten. Man erinnere sich nur an den netten Song für ihre Plattenfirma: "I can't stand those useless fools: EMI!". Bandvorstellung OktoberSilly (Band) Die Gruppe Silly ist eine Band, die in der DDR gegründet wurde und mit ihrer Sängerin Tamara Danz populär wurde. Die Band wurde 1978 von Thomas Fritzsching (git/voc) gegründet. Zusammen mit Matthias Schramm (bg) entdeckte er Tamara Danz (voc) als Sängerin, holte Ulrich Mann (keyb) von der Musikhochschule Weimar, Mike Schafmeier (dr) aus Cottbus und Manfred Kusno (keyb). Heute besteht die Band aus dem langjährigen Musikerstamm Rüdiger Barton (keyb, voc), Uwe Hassbecker (git, viol), Jäcki Reznicek (bass) und der Sängerin Anna Loos. Als "ständige Gastmusiker" sind Herr Petereit, Daniel Hassbecker und Sebastian Reznicek dabei. Der Bandname „Silly“ stand bereits fest, wurde aber von den Behörden wegen des Anglizismus nicht zugelassen, überdies wird silly übersetzt mit „albern“, „einfältig“. So griff man in die Trickkiste, stellte dem Namen „Familie“ voran und erklärte Silly kurzerhand zum Bandmaskottchen – eine Katze. Ab 1982 nannte man sich nur noch Silly, die Behörden hatten aufgegeben. Tamara DanzDie ersten Gastspiele fanden in Rumänien und in Norwegen statt. In Rumänien wurden sie regelrecht zu Stars, das Publikum pilgerte von weit her, nur um Silly erleben zu können. 1981 gewannen sie den Grand Prix der Bratislavska Lyra, einen der bedeutendsten Unterhaltungsmusikpreise der sozialistischen Welt. Kurz darauf stieß auch Texter Werner Karma zur Band, mit dem sie noch Jahre zusammenarbeiten sollten. Karma schafft es gerade auch in textlicher Hinsicht, die Band in der Musiklandschaft der DDR unverwechselbar zu machen. Die Songs von Silly sind zumeist sehr poetisch und haben versteckte Andeutungen, die sich – vorbei an der Zensur – mit den Lebensumständen in der DDR kritisch auseinandersetzen. Sängerin Tamara Danz erläuterte in der Nachwende-Zeit die Vorgehensweise beim Texten und beschrieb, dass man bewusst sogenannte Grüne Elefanten in die Songs einbaute, also Textstücke, die so übertrieben und kritisch waren, dass sie garantiert von der Zensur angegangen wurden. Neben diesen Übertreibungen konnten dann kleinere, verstecktere Andeutungen, die das bewusst hörende Publikum natürlich wahrnahm, im Text bye byeverbleiben. 1982 ersetzte Rüdiger Barton, der seit zwei Jahren mit Tamara zusammenlebte, die beiden Gründungsmitglieder Manfred Kusno und Ulrich Mann am Keyboard. 1984 verließ auch der Drummer Mike Schafmeier die Band und wechselte zu MTS, sein Nachfolger wurde Herbert Junck. 1986 nach Fertigstellung der LP Bataillon d'amour musste Bassist Matthias Schramm gehen. Jäcki Reznicek (bg) von Pankow und Uwe Hassbecker (git/viol), der ursprünglich bei Stern Meißen spielte, kommen dazu. Hassbecker – zunächst heimlicher Geliebter, wird Partner von Tamara Danz. Im Film Flüstern & SCHREIEN – Ein Rockreport wirkten Silly neben anderen Bands aus der DDR im Jahr 1988 mit. 1989 trennte man sich dann von Werner Karma (auf Februar sind nur noch zwei Texte von ihm). Die Songs wurden nun hauptsächlich von Tamara, Ritchie Barton und Uwe Hassbecker geschrieben, und von Tamara mit Unterstützung von Gerhard Gundermann getextet. Mit dem Album „Februar“ entstand schon vorab der Soundtrack zur Wende 1989. Es folgten viele Tourneen unter anderem in Deutschland, Dänemark, Schweden, Österreich, USA und 1993 das Album „Hurensöhne“. 1994 musste Thomas Fritzsching die Band verlassen. Ebenfalls in diesem Jahr entstand das legendäre Live-Doppelalbum Silly+ Gundermann & Seilschaft, ein gemeinsames Konzert beider Bands. Hassbecker und Barton betätigten sich mehr und mehr als Produzenten, unter anderem für Gerhard Gundermann, City, Karat und viele mehr. Silly-Bataillon D ´Amour
Danz, Barton und Hassbecker bauten das Danzmusik Studio auf und machten sich damit produktionstechnisch unabhängig. Das Album „Paradies“ entstand als erste Produktion im eigenen Studio. Während der Produktion wurde bei Tamara Danz Krebs diagnostiziert. Nach Erscheinen des Albums „Paradies“ starb Tamara Danz am 22. Juli 1996 mit 43 Jahren an Brustkrebs. „Paradies“ gilt als eines der besten Alben der Band Silly. Alle Musiker gingen zwischenzeitlich eigenen Projekten nach. Reznicek ist u. a. Dozent an der Dresdner Musikhochschule, Hassbecker gefragter Studiomusiker und zusammen mit Barton Musikproduzent. Seit 2000 spielen und arbeiten sie unter anderem mit dem Sänger Joachim Witt. Am 31. Mai 2005 starb Herbert Junck an Krebs, somit ist die Gruppe nur noch zu dritt. Nach dem Tod von Tamara Danz hatte Junck in Interviews vielfach bedauert, dass sich das Verhältnis zu seinen ehemaligen Bandkollegen sehr abgekühlt hat. Verlorene Kinder
Im Herbst 2005 folgte ein fulminantes Comeback als Silly & Gäste, mit verschiedenen prominenten Gastsolisten (u.a. Katy Karrenbauer, Anna Loos, Anja Krabbe, Toni Krahl etc.). Auf der Bühne stehen heute neben Hassbecker, Rüdiger Barton, Reznicek und Gästen, Rezniceks Sohn Sebastian am Schlagzeug und Hassbeckers Sohn Daniel von Mariannenplatz an den zweiten Keyboards und Cello, sowie Reinhard „Reini“ Petereit (Herr Petereit) von Rockhaus an der zweiten Gitarre. Am 16. November 2005 wurde in Berlin-Friedrichshain eine Straße nach Tamara Danz benannt. Am 5. August 2007 verstarb Gründungsmitglied Matthias Schramm in einem Krankenhaus in Potsdam.[1] Die Schauspielerin Anna Loos trat in der „Silly & Anna Loos elektroakustiktour 2006/2007“ die Nachfolge von Tamara Danz an und gilt seitdem als feste neue Sängerin von Silly. Die Band hat die Musik zum Kinofilm Der Mond und andere Liebhaber von Bernd Böhlich gemacht. Die Hauptrolle spielt Katharina Thalbach. Der Film kam im Juli 2008 in die Kinos und zeitgleich wurde der Soundtrack dazu veröffentlicht. Außerdem arbeitet Silly neben Bonus Video ( Danka S.... )
Alben
Spezial Video zum Gedenken (10 Todestag)
Bandvorstellung im Monat SeptemberKlaus Renft Combo Die Klaus Renft Combo wurde 1958 von Klaus Jentzsch in Leipzig gegründet. Renft war der Geburtsname von Jentzsch' Mutter. Er verwendete ihn fortan als Künstlernamen. Als die Gruppe ein Auftrittsverbot erhielt, gründete Klaus Renft die Beat-Gruppe The Butlers. Jedoch durfte auch diese Band nicht auftreten. 1967 wurde das Auftrittsverbot für die Klaus Renft Combo wieder aufgehoben. Ab 1969 war zunehmend der regimekritische Liedermacher Gerulf Pannach für die Texte der Band zuständig, wobei er von Kurt Demmler unterstützt wurde. Um die gleiche Zeit wurde auch Peter Pjotr Kschentz (* 13. Oktober 1941 in Nischwitz), der zuvor als Kraftfahrer für die Band gearbeitet hatte, zum festen Mitglied der Band. Er spielte Saxophon, Querflöte, Geige, Akkordeon, Gitarre sowie andere Instrumente und komponierte einige Songs der Klaus Renft Combo wie Liebeslied, Die alte Mühle und den Raucherblues. Apfeltraum
In den folgenden Jahren konnte die Band aufgrund der zeitweisen Liberalisierung der Kulturpolitik (siehe auch Musik der DDR) ihre für lange Zeit einzigen beiden Studioalben veröffentlichen. Mit den darauf enthaltenen Titeln wie Nach der Schlacht, Als ich wie ein Vogel war, Wer die Rose ehrt und Ermutigung entwickelte sich die Band zu einer der bekanntesten und beliebtesten Rockgruppen der DDR. In dieser Zeit verkürzte sich der Bandname zu Renft. Ermutigung
Weniger beliebt war Renft allerdings bei den staatlichen Organen, da viele Liedtexte zwischen den Zeilen Kritik am „real existierenden“ System enthielten. Das Lied Glaubensfragen beispielsweise thematisierte die staatlicherseits weitgehend totgeschwiegenen Bausoldaten der NVA. Nachdem man in der Rockballade vom kleinen Otto die missglückte Republikflucht eben jenes Ottos thematisierte, wurde Renft im Herbst 1975 verboten. In der Folgezeit verließen einige Bandmitglieder freiwillig die DDR. Pannach und Christian Kunert wurden nach neun Monaten Haft im Gefängnis des MfS in Berlin-Hohenschönhausen und der Androhung von bis zu zehn Jahren Haft ausgebürgert. Gänselieschen
Danach war die Gruppe faktisch aufgelöst. Als Nachfolge-Band wird allerdings die Gruppe Karussell gesehen, die sich 1977 mit den ehemaligen Renft-Mitgliedern Peter Gläser und Jochen Hohl gründete, und die auch einige Lieder aus der Renft-Zeit im Programm hatten. 1990 fand sich die Band zu einer Wiedervereinigungs-Tournee durch die DDR wieder zusammen und veröffentlichte 1999 nach fast 25-jähriger Schaffenspause ihr drittes Studioalbum Als ob nichts gewesen wäre. 2003 feierte die Band mit einem Konzert auf der Insel Rügen ihr 45-jähriges Bestehen. Am 18. September 2005 verstarb Multitinstrumentalist Peter Kschentz auf Poel an Lungenkrebs. Christian Kunert widmete sich eigenen Projekten, und Thomas Schoppe übernahm die Position des Frontmannes. Nach einem Hörsturz von Kunert sowie dem Tod des Bandleaders Renft im Herbst 2006 formierte sich die Band zu viert für das Programm „Viererbande 2007“. Es begannen wieder Auftritte mit „Cäsar und die Spieler“. Am 18. März 2007 folgte schließlich der nächste Schicksalsschlag. Gitarrist Heinz Prüfer verunglückte auf der Rückfahrt von einem Auftritt in Altdöbern tödlich. In seiner musikalisch tragenden Funktion schien er kaum ersetzbar. Mit Gisbert Piatkowski hat Renft allerdings inzwischen einen Nachfolger gefunden. Nach der Schlacht
Bandvorstellung August
Dead Kennedys Im Land, in dem die Kennedys als eine der mächtigsten und einflussreichsten Familienclans überhaupt gelten, ist schon alleine der Name Dead Kennedys eine kaum mehr zu übertreffende Provokation, ein überdeutliches "Fuck You!" an alles, was Amerikaner gemeinhin als wichtig erachten. Somit schaffen die Punker von der West Coast Ende der 70er einen erfrischend zynischen Gegenpol zu den eher apolitischen Sounds der New Yorker Ramones und ihrem unschuldigen "Wir-sind-langhaarige-Schullümmel"-Image. Beide Bands setzten jedoch Standards, an denen sich auch heute noch jede amerikanische Underground-Band abarbeiten muss, will sie zumindest halbwegs ernst genommen werden. Holiday in Cambodia
Die Dead Kennedys gründen sich 1978 in der Hippie-Hauptstadt San Francisco. Gitarrist East Bay Ray gibt eine Anzeige in einem Magazin auf und findet dadurch in Eric Boucher alias Jello Biafra einen Sänger, und in Klaus Flouride einen Bassisten für seine neue Band. Drummer Ted (Bruce Schlesinger) komplettiert das Line-Up kurze Zeit später, steigt nach der LP "Fresh Fruit For Rotting Vegetables" allerdings aus und wird durch Darren H. Peligro ersetzt. Dank ihrer politischen Radikalität und der charismatischen Ausstrahlung von Sänger Jello Biafra reicht der Ruf der Band bald über die Bay Area hinaus. Die ersten beiden Releases der Dead Kennedys, die Single "California Über Alles", eine Attacke gegen die damalige Regierung des sonnigen Bundesstaates einerseits, und "Holiday In Cambodia", eine zynische Abrechnung mit dem amerikanischen Krieg in Südostasien andererseits, erheben die Dead Kennedys bei Konservativen und Christen schnell in den Rang von kommunistischen Staatsfeinden. Dass die Dead Kennedys während dessen zu einer der einflussreichsten Bands des amerikanischen Undergrounds aufsteigen, können sie nicht verhindern, oder haben sogar ihren Teil dazu beigetragen. Skandale und Anfeindungen prägen fast die gesamte knapp zehnjährige Bandgeschichte. Das Debütalbum von 1980, "Fresh Fruit For Rotting Vegetables", gehört zu den großen Platten des Punkrock. Das 1981 für die Veröffentlichung der zweiten LP "Plastic Surgery Disasters" gegründete Label "Alternative Tentacles" entwickelt sich schnell zur Institution in der Independent-Szene. Wie die Zahl der Sympathisanten, wächst aber auch die Schar der Feinde des Cali-Vierers kontinuierlich an. Und die holen beispielsweise zum Rachefeldzug aus, als die Band ihrem '85er Album "Frankenchrist" das Bild "Penislandscape" des Schweizer Alien-Erfinders H.R. Giger beilegt. Knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung von "Frankenchrist" wird die Band, auf Initiative von Tipper Gore, die der konservativen Senatorenfrauenvereinigung Parent's Music Resource Center (PMRC) vorsteht, wegen der Verbreitung pornographischen Materials angeklagt. Jello Biafra, der schon 1979 für das Bürgermeisteramt von San Francisco kandidiert und das Rennen mit einem beachtlichen vierten Platz beendete, weiß die ihm vor Gericht gebotene Plattform redegewandt zu nutzen und profiliert sich als freiheitsliebender Politiker. Obwohl das Verfahren 1987 eingestellt wird, sind die Dead Kennedys kurze Zeit später Rock'n'Roll-Geschichte. Das posthume Release "Give Me Convenience Or Give Me Death", eine Art "Best Of" zeigt die Kalifornier noch einmal von ihrer besten Seite: kritisch, Amerika den Spiegel vorhaltend und dabei satt vorwärts rockend.
Jello Biafra bleibt auch nach dem Split im Spannungsfeld von Musik und Politik gefangen, zum Glück möchte man sagen. Er releast zahlreiche Spoken-Word-Platten, setzt aber musikalisch auch weiterhin Akzente, wie seine vier Kooperationen mit Lard eindrücklich aufzeigen. Auch seine politische Karriere führt er fort. Im den Vorausscheidungen der amerikanischen Green Party um den Spitzenkandidaten im Präsidentschaftswahlkampf 2000 tritt Heino-Fan Biafra gegen den späteren Spitzenkandidaten Ralph Nader als Herausforderer an und unterliegt. Derweil setzen ihm die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit seinen Ex-Band-Kollegen um Tantiemen und Back Catalogue-Rechte gehörig zu. Biafra kann es nicht fassen, dass seine früheren Kumpels das Bild der wichtigsten politischen Punkband der USA zerstören, indem sie billige Reunion-Tourneen mit einem neuen Sänger anzetteln. East Bay Ray und Co. nehmen es sich 2003 sogar heraus, Promofotos mit Jello als Sänger an örtliche Veranstalter zu schicken, um an Auftritte zu gelangen. Eine Versöhnung der beiden Parteien scheint in diesem Leben nicht mehr möglich zu sein. Bandvorstellung Juli -
Janis Joplin Am 19. Januar 1943 wird Janis Joplin in Port Arthur/Texas geboren und hier wächst sie mir ihren jüngeren Geschwistern Michael und Laura auf. "Ich brauche Freiheit, und ich nehme sie mir!" Mit diesem Motto wird Janis in der Schule zur Außenseiterin und leidet darunter. Als sie 16 ist, freundet sie sich mit sogenannten "Beatniks" an. Die Beatniks rebellieren gegen die Gesellschaft und die Diskriminierung von Farbigen. Janis fängt an zu trinken, feiert Parties und schwänzt die Schule. Und sie entdeckt die schwarze Musik. Wenn sie den Blues singt, hat sie das Gefühl, aus dem weißen Leben auszubrechen. "Ich lasse meine Gefühle für mich arbeiten", sagt sie. "Ich stecke alles, was ich habe in die Songs."
Bandvorstellung JuniTon Steine Scherben Als zu Beginn des neuen Jahrtausends die Scherben-Doku "Der Traum Ist Aus" über die deutschen Kinoleinwände flimmert, fängt so mancher erst an zu begreifen wie nachhaltig aktuelle Rock-Bands in Deutschland vom Berliner Musikerkollektiv Ton Steine Scherben in gedanklicher und musikalischer Sicht beeinflusst wurden. Obwohl erst 1970 aus der Coverband Degalaxis und dem Theaterprojekt Hoffmanns Comic Theater gegründet, fällt ihr Name als musikalische Untermalung der 68er Studentenrevolte. Die radikalen und heute wohl etwas plakativ erscheinenden Texte treffen damals genau das Zeitgefühl einer Generation, die kurz vor einer gewaltigen Explosion steht. Stark kontrastierend zu dem 70er Heile-Welt-Schlager-Krams (Heintje, Roy Black und ähnliche Dieter Thomas Heck Stammgäste) wirkt die Band, die kein Blatt vor den Mund nimmt, deren Manager in einer Fernsehshow mit einer Axt den Studio-Tisch zusammen haut und die WDR-Mikrofone einsteckt, gerade richtig um die linke Identifikationsplattform einer rebellischen und verzweifelten Generation zu werden. macht kaputt was euch kaputt macht Radikalität bringt in finanzieller Sicht natürlich nur Nachtteile mit sich. Wenn man in klar verständlichen deutschen Texten (damals sangen Rock-Bands aus Deutschland normalerweise in Englisch) den Sturz der Regierung fordert und nach Konzerten zur gemeinschaftlichen Hausbesetzung aufruft, ist ein Plattenvertrag in konservativen Zeiten unerreichbar. Den vier Gründungsmitgliedern R.P.S. Lanrue, Rio Reiser, Wolf Seidel und Kai Sichtermann bleibt nichts anderes übrig, als im Sommer 1970 in einem Kreuzberger Hinterhof-Studio ihre erste Single mit den zwei Songs "Macht Kaputt Was Euch Kaputt Macht" und "Wir Streiken" selbst aufzunehmen. Die Kosten und den Vertrieb der 7" übernehmen zwei renommierte Berliner Raubkopierer. Schon im September des selben Jahres zieht die Band ihren ersten Auftritt an Land. Das von der Erotik-Queen Beate Uhse gesponserte Fehmarn Festival auf einer Ostsee-Insel kann zwar großen Namen, aber kein Geld aufweisen. Als die Scherben mit 28 Mann aufkreuzen und die Veranstalter inzwischen schon mit den gesamten Einnahmen über alle Berge geflohen sind, eskaliert die Situation. Nach Jimi Hendrix' letztem Konzert vor seinem Tode, entern die Berliner Hausbesetzter die Bühne und spielen fünf Songs. Mehr geht nicht. Danach brennt die Bühne ab. Video 2
Ein Jahr später sind sie dann so weit, eine komplette Platte aufzunehmen. Eine Plattenfirma haben sie aber immer noch nicht gefunden. Deshalb gründet die Band ihr eigenes Label "David Volksmund Produktion" und veröffentlichen so ihre Debüt-Platte "Warum Geht Es Mir So Dreckig?" auf dem ersten deutschen Indie-Label überhaupt. War Eigen-Veröffentlichung anfangs noch aus einer Not geboren, so entwickelt es sich im Laufe der Scherbenjahre immer mehr zum politischen Instrument. Trotz vieler und auch großzügiger Angebote wechseln Rio & Co nie zu einer anderen Plattenfirma, sondern veröffentlichten jegliche Platten ihrer Hauptband und ihrer zahlreichen Nebenprojekte (Kinderhörspiele oder Musik zu Theaterstücken) auf "David Volksmund". Diese totale Verweigerung gegenüber der Industrie ist bei ihren linken Fans zwar gern gesehen, führt jedoch auf finanzieller Linie in ein bodenloses Desaster. In ihrem 15-jährigen Bandbestehen herrscht in der Kasse konstant Ebbe und die Mitglieder nagen des öfteren am Hungertuch, obwohl man vor ausverkauften Häusern spielt. Der Scherben-Slogan "Ich will nicht werden was mein Alter ist" mausert sich zur jugendlichen Ideologie. Die Straßenkämpfe sind voll im Gange. RAF und Wasserwerfer beliebte Schlagwörter auf der Springer-Zeitung und mitten drin stehen Ton Steine Scherben parolenschwingend auf einem Bauwagen. Am 8. Dezember 1971 ist es dann mal wieder an der Zeit für eine Hausbesetzung. Nach einem Konzert in der Mensa der Berliner Technischen Universität besetzen Zuschauer und Band ein Teil des leerstehenden Bethanien-Krankenhauses in Kreuzberg. Das Haus wird im Gedenken an einen vier Tage vorher im Straßenkampf von Polizisten erschossenen Studenten, Georg-Von-Rauch-Haus benannt. Das gleiche Haus wird auf der ein Jahr später erscheinenden zweiten Platte "Keine Macht Für Niemand", die der Musikexpress dreißig Jahre später zur viertbesten deutschen Platte aller Zeiten wählt, nochmals durch den "Rauch-Haus-Song" geehrt. Der Plattenname des Klassikers wird zum Schlachtruf der Studentenrevolten. Die Scherben stehen wie keine andere Band in dieser Zeit für Revolution, Anti-Kapitalismus und Krawalle. Der Satz stammt aber eigentlich nicht von Texter Rio Reiser, sondern aus einer Revolutionszeitschrift. Video 3
Als die Jugendproteste Mitte der Siebziger langsam abflauen, beginnt die Radikalität auch aus den Texten der Scherben zu verschwinden. Nach dem "Scheitern der Revolution" werden sie zunehmend resignativer und auf dem dritten Album "Wenn Die Nacht Am Tiefsten" sucht man vergebens nach Parolen. Mit dem langsamen Abtauchen der Linken zieht es auch die komplette Band mitsamt Freunden aus dem Berliner Zentrum der Revolution. Auf einem alten Bauernhof in Fresenhagen (Nordfriesland) findet man ein gemeinsames neues Zuhause. Doch auch hier wird man nicht lange glücklich. Schon nach kurzer Zeit kehrt die Hälfte der Umsiedler von Geld- bzw. Hungersnot geplagt wieder zurück in die Hauptstadt. Der harte Kern um Rio strotzt den Weichlingen und bleibt. "Macht Kaputt Was Euch Kaputt Macht" hieß es auf der ersten Single. Inzwischen hat sich die Band aber nahezu selbst kaputt gemacht. Die ausgiebigen Touren zehren an den Körpern und an der Freundschaft. 1976 schließen sich die Scherben in ihrem eigenen Studio in Fresenhagen ein und arbeiten hauptsächlich an Auftragsproduktion, wie z.B. die Kinderplatte "Teufel Hast Du Wind". Rio Reiser übernimmt sogar eine Filmrolle und erhält für seine Darstellung in "Johnny West" den Bundesfilmpreis. Erst 1980 reißen sich die Scherben wieder zusammen und arbeiten an einer neuen Platte, die 1981 erscheint. Auf "IV" ist die Revolution kein Thema mehr, und nicht wenige, die früher mit den Scherben auf einer Linie waren, stellen sich nun gegen sie. Einen neuen Verbündeten findet man aber in den "Grünen" (ab 1982 ist Claudia Roth, die spätere Bundesvorsitzende der Grünen, sogar Band-Managerin) und ihren Kumpels, den Atomkraftgegnern. Von Brok- bis Wackersdorf - die Scherben sind dabei. Spielen für Menschenketten von Ulm bis Stuttgart und gegen Brennstabtransporte. Viele ehemalige Mitläufer werfen den Scherben einen poppigen Ausverkauf vor. Man stellt sich taub und macht weiter sein Ding, das bis auf die ausverkauften Tourneen aber relativ erfolglos bleibt. Das 83er Album "Scherben" wird von den Kritikern als das kreative Ende der Band deklassiert.
Die Prophezeiung tritt dann auch prompt ein: auf einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen am 6. März 1985 spielen Ton Steine Scherben ihr letztes Konzert. Danach verstreuen sich die Mitglieder in alle Ecken der Welt. Einzig Rio wird mit seinem NDW-Pop und der Hit-Single "König von Deutschland" zum erfolgreichen Star. Er stirbt 1996, ohne je wieder an den Erfolg dieser Single anknüpfen zu können. Zum dreißigjährigen Bandjubiläum versuchen verschiedene Musiker, noch ihr Stück von Scherben-Kuchen abzubekommen. So blamieren sich ehemalige Bandmitglieder namens Neues Glas aus alten Scherben in einer äußerst peinlichen Neuinterpretation der alten Songs. Dagegen versuchen auf "Die Erben der Scherben" einige Berliner Musiker halbwegs akzeptabel, den Klassikern ein zeitgemäßes Gewand zu verpassen. Am besten ist aber immer noch das Original, keine Frage. So ist es eine gute Nachricht für die Fans, dass die ersten fünf Scherben-Alben im Sommer 2007 re-releast werden: auf Vinyl und im Original-Layout. Außerdem erscheint auf Möbius Rekords eine auf 500 Stück limitierte Zweit-Auflage der seit 2001 vergriffenen Vinyl-Ausgabe "Rio Reiser am Piano". Das 3-fach Album enthält auch vier Bonus-Tracks, die auf dem Original keinen Platz mehr hatten
Vorstellung Monat MaiThe Ramones
Geschichte der Band
Im Jahre 1974 wurde die Band in New York gegründet, damals noch mit Jeffrey Hyman am Schlagzeug, John Cummings an der Gitarre und Douglas Colvin an Bass und Gesang. Alle drei kamen aus dem gleichen Stadtteil New Yorks, Queens. Nach einiger Zeit begannen sie, sich die bekannten Künstlernamen zu geben und wurden als Ramones bekannt. Colvin (Dee Dee Ramone) erkannte, dass er nicht gleichzeitig Bass spielen und singen konnte, also wurde Jeffrey Hyman (Joey Ramone) der neue Sänger, allerdings bestand nun die Notwendigkeit, einen neuen Drummer zu suchen. Nachdem einige Kandidaten getestet wurden, wurde Tommy Erdelyi (Tommy Ramone) neuer Schlagzeuger der Band. Sie begannen ihre ersten Konzerte in New York zu spielen, vor allem in Clubs wie dem CBGB's, wo auch andere Gruppen der Zeit, wie Blondie, Richard Hell & The Voidoids und die New York Dolls spielten. Diese ersten Konzerte werden von Zeitgenossen als legendär beschrieben, da sie lauter und schneller waren als alle ihre Zeitgenossen; die Konzertdauer betrug zwischen 20 und 30 Minuten. In dieser Zeit kamen sie auch in Kontakt mit der New Yorker Kunstszene, dies führte sie auch mit Seymour Stein zusammen, der sie für Sire Records unter Vertrag nahm. 1976 erschien ihre gleichnamige Debüt-LP auf diesem Label. 1979 spielten die Ramones eine Rolle in dem Film Rock 'n' Roll Highschool von Roger Corman, zu dessen Filmmusik sie diverse Stücke beisteuerten. An dessen Ende, während eines Konzertes der Band, ging die titelgebende Highschool in Flammen auf. In der Planungsphase des Filmes gab es Überlegungen, den Film mit Disco-Musik zu unterlegen, man entschied sich dann aber für die Ramones. Trotz der Mitarbeit in dem Film blieb der große Durchbruch in den USA allerdings aus. Die Ramones spielten weiterhin in kleineren Clubs und verkauften relativ wenig Schallplatten. Nachdem selbst die Zusammenarbeit mit dem Bombast-Produzenten Phil Spector für das Album End Of The Century nicht den gewünschten Erfolg zeigte, beschränkte man sich darauf, ausgiebig zu touren um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten. Tommy Ramone verließ die Gruppe bereits 1978, da ihm die immer stärker werdende Tourneetätigkeit nicht zusagte und er sich lieber auf eine Tätigkeit als Produzent konzentrieren wollte. Er wurde durch Mark Bell (Marky Ramone) ersetzt, eine bekannte Größe der New Yorker Szene (u. a. Drummer von Richard Hell and the Voidoids). Gesundheitliche Probleme durch erheblichen Alkoholkonsum zwangen ihn zu einer Pause, die Lücke füllte Richard Beau (Richie Ramone) im Angestelltenverhältnis. Drei Alben später verließ er wegen eines Disputs über die Beteiligung an Erlösen aus dem T-Shirt-Verkauf die Ramones und Marky Ramone, der nun abstinent war, wurde wieder eingesetzt. Zwischen den beiden spielte Clem Burke, der Drummer von Blondie, für zwei Auftritte als Elvis Ramone das Schlagzeug. Live-Auftritte der Band liefen nach einem ähnlichen Schauspiel ab. Unmittelbar vor dem Betreten der Bühne wurde The Good, The Bad And The Ugly von Ennio Morricone von Band abgespielt; danach begann das Konzert. Pausen wurden selten gemacht; wenn, dann nur damit Dee Dee Ramone den nächsten Song anzählen ("one-chew-free-far" anstatt „one, two, three, four") konnte. Zu dem Song Pinhead hielt Joey Ramone meist ein Schild mit der Aufschrift Gabba Gabba Hey! in die Luft, zusätzlich sprang während des Liedes ein mit einer Maske verkleideter Roadie über die Bühne.
Innerhalb der Band gab es über lange Jahre erhebliche Differenzen. Besonders Joey und Johnny haben längere Zeit nicht miteinander gesprochen. Dies lag daran, dass Johnny Joey für einen eher schlechten Sänger hielt und dass Johnnys spätere Ehefrau Linda ursprünglich Joeys Freundin war; aber auch die politischen Überzeugungen der beiden waren gegensätzlich. Joey war eher liberal eingestellt; Johnny Anhänger der konservativen Präsidenten Ronald Reagan und George H. W. Bush. Diese Differenzen konnten sie bis zu ihrem Tode nicht mehr beilegen. Dee Dee Ramone verließ im Jahre 1989 die Band, um eine Karriere als Rapper (Dee Dee King) zu verfolgen; er blieb den Ramones aber weiter als Songschreiber verbunden. Sein Nachfolger wurde der bis dato unbekannte C. J. Ward (C.J. Ramone), der der Legende nach zunächst aus dem Strafarrest des United States Marines Corps entlassen werden musste. Der weiter ausbleibende große Erfolg zu Zeiten von Bands wie Nirvana, Pearl Jam und The Offspring, die alle mehr oder weniger von den Ramones beeinflusst waren, führte dazu, dass die Band sich im Jahre 1996, nach insgesamt zweiundzwanzig Jahren Karriere, schließlich auflöste. Eines der letzten Konzerte fand in Buenos Aires statt. Im Vorprogramm spielten Iggy Pop und Die Toten Hosen. Das letzte Konzert fand am 6. August 1996 im Palace in Hollywood[1] statt. 2001 starb Joey Ramone nach langer Krankheit an Lymphdrüsenkrebs; vorher hatte er noch Gelegenheit, seine Solo-Platte Don't Worry About Me fertigzustellen, die posthum erschien. Dee Dee Ramone bekam seine langjährige Drogenabhängigkeit nicht in den Griff und starb 2002 an einer Überdosis Heroin (Chinese Rock). Johnny Ramone starb 2004 an Prostatakrebs. Tommy Ramone ist der letzte überlebende Ramone aus der Zeit der Gründungsformation Bonus Video
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